1945 |
Graal-MüritzDie Aufzeichnungen von meiner Mutter Maria über das Ende des Krieges und die erste Zeit der sowjetischen Besatzung |
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Es schien, daß die Russen die Krankenschwestern respektierten und sich nicht an ihnen vergriffen. Jedenfalls geschah es einmal im Krankenhaus, als ich die Treppe hinaufging, daß ein Rotarmist, den ich am Akzent als Ukrainer erkannte, mich fragte: "Bist du eine Schwester?" Ich antwortete auf Russisch: "Ja", und er ließ mich unbehelligt weitergehen. Offenbar war ihm nicht einmal aufgefallen, daß ich ihn verstanden und auf Russisch geantwortet hatte. Die Not war so groß, daß einmal eine Pflegerin im Kinderheim meine Mutter fragte, ob sie nicht Milch oder andere Nahrungsmittel für die Kinder hätte, die Kühe waren schon nach und nach geschlachtet worden. Ich betete zu Gott, er möchte mir das andere Kind lassen. Ich sah einmal verbotenerweise durch die Glasscheibe der Station, und Wolfgang entdeckte mich und weinte. Hier endet das Telefonprotokoll und beginnt die eigenhändige Aufzeichnung. *** |
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